El Quesir

El Quesir

al-Qusair (arabisch ‏القصير‎, DMG al-Quṣayr, „kleine Burg“; manchmal auch als Al Qusayr, El Quseir, Quseir, Quesir), ist eine etwa 5.000 Jahre alte ägyptische Stadt am Roten Meer. Sie liegt 130 km südlich von Hurghada und 103 km nördlich von Marsa Alam, 73 km nördlich des dortigen 2003 eröffneten internationalen Flughafens.

Viele Beduinen aus dem Umland kommen hierher um zu kaufen und verkaufen. Neben dem Tourismus, der sich aus Besuchern von südlich oder nördlich gelegenen Hotelanlagen speist (in al-Qusair selbst gibt es keine nennenswerten Unterkünfte für Touristen), besteht eine wichtige Quelle für Einkünfte im Abbau, der Aufbereitung und Export von Phosphat. 1916 stiegen italienische Investoren im großen Stil in das Phosphatgeschäft ein, was sich heute anscheinend wieder auszahlt, denn es kehren hauptsächlich ihre Landsleute als Touristen zurück.

In der Vergangenheit war al-Qusair eine bedeutende Hafenstadt, doch mit der Fertigstellung des Sueskanals verlor sie diese Stellung nach und nach.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das an der Hauptdurchgangsstraße gelegene osmanische Fort des Sultans Selim (16. Jh.) und sein sehenswertes Wasserreservoir. Vor 100 Jahren stellte es noch das einzige Trinkwasser der Umgebung bereit, das von Aden (Hafenstadt im Jemen) importiert werden musste. Die Zuteilung der Wasserrationen erfolgte durch einen behördlich bestellten Aufseher. Für ägyptische Verhältnisse kann man einen außergewöhnlich gut dokumentierten Rundgang unternehmen und erhält einen schönen Blick über die Bucht und das Städtchen von dem Beobachtungsturm.

Sehenswert sind auch die alten Moscheen al-Farran, al-Qinawi und as-Sanusi. Auch lohnt sich ein Gang entlang der Hafenpromenade mit einigen Restaurants und ihren alten Häusern. Selbst die Polizeistation hier ist ein historisches Gebäude. Vor allem in den meeresnahen Altstadtgässchen zeigt sich noch ein weitgehend unverfälschtes Bild des ägyptischen Lebens mit ortsüblichen Bäckereien, Garküchen, Obstständen und vielen alten Häusern, teilweise mit Holzvorbauten, die ein wenig an jemenitische Architektur erinnern.

Nördlich der Stadt, unter dem Gelände des Hotels Mövenpick, lag der römische Hafen al-Qadima. Hunderte von Amphoren und andere Keramik konnten geborgen werden, jetzt ist das Gelände durch den Hotelbau für die Nachwelt versiegelt.

In islamischer Zeit erhielt die Stadt ihren heutigen Namen, was kleiner Palast oder kleine Festung/Burg bedeutet. Einer anderen Deutung nach bedeutet der Name al-Qusair von "in der Mitte liegend", was sich auf die Mitte zwischen asch-Schalatin und Sues beziehen soll. Der Hafen wurde im 3. Jh. aufgegeben, gewann aber im 13. und 14. Jh unter den Mamelukken wieder Bedeutung für die Einschiffung von Mekka-Pilgern und den neuerlichen Handel mit Indien. Auch in der osmanischen Periode nutzte man den Hafen als Ausgangspunkt zu Pilgerreisen nach Mekka, während der französischen Besatzung war es ein Treffpunkt für Araber und Muslime aus dem Hedschas, um mit den Mamelucken gegen die Franzosen zu kämpfen. (Higaz lag im Königreich der Minäer, einem Gebiet zwischen den Randgebirge Asir und des südlichen Hedschas am Roten Meer mit der Hauptstadt Karna, gegenwärtig Sada im Jemen.)

Quelle: Wikipedia